Donnerstag, 27. Dezember 2012

Welcome to Romania! Part 1

Die Weihnachtstage sind endlich vorbei, und ich befinde mich mitten in Bukarest, Rumänien. Zusammen mit meiner Schwester hab ich mich aufgemacht die Verwandtschaft zu besuchen und mal ein wenig "fremde Kultur" zu schnuppern. Ich versuche hier mal die Eindrücke meiner ersten knapp 48 Stunden in Bukarest festzuhalten.

Dienstagmorgen sind wir losgeflogen. Von Luxemburg über München nach Bukarest. Damn ich mag fliegen nicht besonders. Ich hasses dieses Gefühl nach dem Start, wenn sich die ganze Welt auf einmal dreht. Wird mir immer ganz flau im Magen. Ich hab meine Füße lieber auf dem Boden, aber ich wollte ja nicht mit dem Auto fahren ^^. Ist vielleicht so auch besser. Den Flug habe ich jedenfalls überstanden und wurde dann am Flughafen von meinem Onkel und seiner Freundin abgeholt. Die ersten Eindrücke sind dabei folgende: Bukarest ist scheiße groß, Rumänen können kein Auto fahren, oder das Straßensystem ist einfach nur beschissen. Die Straßen sind 3-4spurig pro Richtung, jedoch frei von jeglicher Markierung, es wird also einfach durcheinander gefahren. Scheinbar passieren hier auch ständig Unfälle. Das ganze behagt mir auch nicht wirklich, Autofahren will ich hier sicher nicht. Bukarest ist zudem verdammt groß und unübersichtlich. Die Stadt kommt mir größer vor als Berlin, vom Flughafen zur Wohnung haben wir etwa eine Dreiviertelstunde gebraucht, und haben nur einen Bruchteil der Stadt dabei gesehen.
Alles ist hier sonst auch sehr anders. Die Gebäude und Straßen sind auch in einem anderen Zustand als zuhause. Ich befinde mich hier in einer Art "Plattenbauviertel", allerdings ist auch viel weniger Platz, hier stehen die Gebäude dicht aufeinander. Im Wohnhaus selbst ist mir erstmal der Aufzug direkt ins Auge gefallen, der aussieht, als wäre er in den 40ern gebaut und seit den 60ern nicht mehr gewartet worden. Die Wohnung meines Onkels hingegen ist eine kleine Oase in der Wüste, wunderschön und modern eingerichtet. Es ist zwar wenig Platz, aber hier kann man sich wohl fühlen. Am ersten Abend war sonst icht mehr viel außer Essen, Trinken und Quatscherei.

Gestern gings dann das erste mal vor die Tür. Die Straßen Bukarests. Rauhes Pflaster :D. Im Supermarkt existieren ganz amüsante Preise. So kostet Bier aus dem Supermarkt umgerechnet etwa 50cent. Schokoriegel bewegen sich so um die 15-20cent. Schon verblüffend. Andere Sachen sind dann natürlich viel teurer. Das waren nur die ersten DInge die mir so aufgefallen sind. Später waren wir noch im Zentrum in irgendeinem Park. Dort war immernoch ein Weihnachtsmarkt aufgebaut. Der Glühwein für umgerechnet etwa 75cent hat jedoch ein wenig wie Wasser geschmeckt im Vergleich zu dem heimischen Stoff ^^. Viel von Bukarest bei Nacht gesehen, hauptsächlich aber mehr Parks und Außenbezirke. Die Innenstadt bisher nur vom Auto aus. Gestern Abend spät waren wir noch in ner "Alternative"-Bar. War auch ganz amüsant... die Musik war mir zwar ein wenig zu lame, aber sonst wars echt entspannt. Auch die Barpreise sind vollkommen genial. Wo bezahlt man schon in Deutschland in ner Bar 1,50 für ein großes Bier? Dementsprechend trunken kam ich auch gestern nach Hause und hab heut erstmal lange den Rausch ausgeschlafen. Nachher gehts hier irgendwo ein wenig zum Sport, Stadtbesichtigung ist für morgen angesetzt.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Carry on my wayward son...

Gute 2 Monate sind seit meiner letzten Meldung hier vergangen. Die letzten Wochen waren sehr turbulent und nicht gerade ohne, ich will auch nicht in aller Einzelheit darauf eingehen, nur lediglich eine Art Statusupdate.
Nach den turbulenten letzten Wochen beginne ich mich langsam wieder zu fangen, ich hatte derbste Schlafprobleme, war zwischenzeitlich auch kurz vorm Burnout (eigentlich unbegründet, aber in was steigert man sich nicht alles rein) und allgemein ziemlich fertig. Die beste Art um alldem zu entkommen, und das ist der erste Themenschwerpunkt mit dem ich heute einsteigen will, ist Sport!

Ja richtig gehört, ich habe im letzten Jahr vermehrt Sport betrieben und davon auch immer mal berichtet, hier also jetzt wie mir die letzten Wochen so ergangen sind. Ich spiele an der Uni mittlerweile in einem ziemlich festen Team Basketball, wenn ich also vom game spiele, dann hauptsächlich von den Erfahrungen innerhalb des Teams.
Zunächst waren meine Schmerzen in den Beinen wie weggeblasen. Es war ohne Probleme möglich zu Anfang des Semesters fast die volle Zeit auf dem Feld zu stehen. Mittlerweile sieht es leider wieder anders aus. Mir schmerzt das Bein wieder regelmäßig, geht aber nach 2 Tagen Ruhe wieder direkt zurück. Ist also nur die extrem harte Belastung. Werd mir wohl Anfang des neuen Jahres mal Einlagen noch für meine Basketballschuhe besorgen, mal sehen ob es dann besser wird. Basketballerisch selbst mach ich auch einiges durch. Ich lande ständig wieder auf meiner alten angestammten Position aus Kindertagen (für Kenner: die 3, oder Small Forward Position). Überraschenderweise habe ich noch Probleme meinen Wurf, der vor dem Sommer eigentlich noch ziemlich gut war, wieder zu finden. Aufgrund meiner Beine und Knie, die in letzter Zeit auch ab und an Probleme machen, traue ich mich noch nicht so wirklich zum harten Zug in die Zone, Korbleger laufen daher meist nur im Fastbreak. Die versenke ich wenigstens. Auch aus der Nah- und Mitteldistanz wird mein Wurf langsam wieder besser. Von Downtown siehts dafür halt im Gegensatz zu früher noch ein wenig anders aus. Mein Ballhandling ist immer noch nicht das beste, aber nach mehreren Monaten Pause ist das normal, ich leiste mir also noch leider ein paar Turnover zu viel. In der Offense läuft daher noch nicht viel über mich (meist nur Abschluss wenn ich frei stehe, oder ich stelle Blöcke auf dem Highpost), meine Defense ist dafür ziemlich in Ordnung. Gegen bulligere Spieler hab ich noch Probleme, weil mir die Masse fehlt, aber sonst kann ich meinen Flügel eigentlich ganz gut verteidigen. Ich krieg auch erstaunlich viele Rebounds und die Sprungkraft wird so langsam. Trotz meiner Größe komme ich, denke ich mal in 2-3 Wochen etwa an den Ring!
Soviel zum Basketball... Nebenher gehe ich jetzt an meiner Uni auch ins Fitnessstudio, hab erstmal so nen Einsteigerkurs dort gemacht (die Geräte sind ziemlicher High-Tech), und ab heute gehts dann los mit dem richtigen Trainingsplan. Viel Kardiokram steht auf dem Programm, insbesondere Fahrrad, damit zum einen wieder Kondition reinholen, die mir mehrere Jahre intensives Rauchen ein wenig verdorben hat, und zum anderen natürlich meine Beine wieder fit bekommen. Durchblutung fördern, Muskelaufbau, natürlich auch nicht nur auf die Beine beschränkt. Ich gehe jetzt wohl so 3-4 mal die Woche ins Fitnessstudio. Krafttraining vorerst dabei nur 2 oder 3 mal, aber halt jeden Tag dann viel Fahrrad fahren etc. Krafttraining ist bisher noch ziemlich locker nach dem Einsteigerkurs, aber die Gewichte werden jetzt auch langsam mehr, bin mal gespannt. Bisher machts auch noch ziemlich viel Spaß. Wie gesagt, heut Abend gehts erst richtig los dann mit dem neuen Trainingsplan und nach den 4 Wochen Eingewöhnungsphase.

Kommen wir zu dem zweiten Themenkomplex den ich abhandeln will, die gute alte Uni. Mit enthalten sind aktuelle Studieninhalte, Lästereien über andere Studentinnen und Studenten sowie deren Studiengänge, und die Aktualisierung meines Uni-Status. Fangen wir damit doch einfach an:
Ich wurde vor rund 2 Monaten im höheren Fachsemester abgelehnt, habe daraufhin einen Widerspruch eingelegt, und angefangen an beiden Unis gleichzeitig zu studieren. Die Pendelei zwischen Trier und Saarbrücken war relativ stressig, hat aber nun glücklicherweise ein Ende. Mein Widerspruch wurde akzeptiert, sodass ich nun nachträglich doch noch einen Studienplatz in meinen Hauptfächern bekommen habe, allerdings haben die Lehrveranstaltungen schon begonnen, das heißt ich kann erst nächstes Semester mit Deutsch und Geschichte weitermachen. Solange habe ich dann halt nur Physik und damit dieses Semester ganze 11 Wochenstunden. Dummerweise sind die auch noch über die ganze Woche verteilt, sodass ich quasi jeden Tag, allerdings nur für 2 Stunden oder so, an die Uni tuckern muss. Aber naja,dafür kann ich mich dieses Semester voll auf Physik konzentrieren. Physikstudenten sind zum teil schon sehr schier, also es gibt Extremfälle, die so unvorstellbar krass sind. Wer mal Big Bang Theory geschaut hat: Der "Nerd" wie er dort dargestellt wird, ist im Vergleich zu einigen speziellen Physikstudenten wirklich sehr sozialkompetent und würde eher schon als "normal" bezeichnet werden. Was hier zum Teil in meinem Studiengang rumläuft ist zum Teil leider nicht mehr feierlich, die habens drauf, keine Frage, aber manchmal frag ich mich schon, ob sie ihre Sachen morgens noch von Mama rausgelegt bekommen etc. Ganz anders als das was ich bisher im Studium kennengelernt hab. Diese ganzen Philo-, Sozio- und sonstige Hipsterspacken, die meinen sie hättens so hart drauf, leider ist meist das Gegenteil der Fall. Ich hab da die letzten Wochen wieder mit Kommilitonen aus anderen Fachbereichen was erlebt... Was heutzutage so studieren darf, ist leider ziemlich peinlich für die Nation der "Dichter und Denker".
Aber zurück zu meinem Studium. Nach rund einem halben Semester Physik stehe ich mittlerweile mit der Erkenntnis (um es mal im Slang auszudrücken): Hier ist wo der Scheiß abgeht. Wenn man vorher, so wie ich, was geisteswissenschaftliches studiert hat, hat man prinzipiell nicht studiert. Das ist ein wahrer Scheiß dagegen! Ich mache im ersten Semester Physik vom Arbeitsaufwand ungefähr soviel, wie in De/Ge in den ersten 4 Semestern zusammen! Bei mir braucht sich keiner mehr beschweren, dass ein geisteswissenschaftliches Studium hart ist. Ist es nämlich nicht. Ich muss jede Woche 2 Übungsblätter durchrechnen und abgeben. Für den Hardcore-Physiker wie oben beschrieben mag das kein Problem darstellen. Aufgrund langjähriger Mathe-Abstinenz sitze ich jedoch an jedem Übungsblatt etwa 15-20 Stunden! Die Teile werden glücklicherweise auch noch bewertet und wir dürfen den Kram vor dem Übungskurs an der Tafel vorrechnen. Ich bange jetzt schon um meine Klausurzulassung in Mathe. In Physik sollte ich sie ohne Probleme bekommen. Mathe ist einfach unglaublich hart, Vorlesungen und Übungen sind kaum aufeinander abgestimmt, das gesamte Wissen zu den Übungsblättern muss man sich also aus Lehrbüchern, Internet und von höhersemestrigen Kommilitonen saugen. Physik ist ähnlich, hier liegen jedoch Vorlesung und Übung etwas näher beieinander, trotzdem ists viel Recherche, nachlesen, Formeln richtig anwenden. Das gute an Physik ist auch, dass es nen viel besseren Praxisbezug hat, und daher auch mehr Spaß macht den Kram auszurechnen. Hier mal nur ein paar Beispiele die ich ausgerechnet habe in den letzten Wochen:
- In welchem Winkel muss ich mein Paintballgewehr aus fahrendem Auto abfeuern, um meinen Übungsleiter auf der Straße in Entfernung y zu treffen?
- Die Entfernung eines Satelliten, der seine Position relativ zur Erde nicht verändern soll.
- Wie ich mit minimaler Kraft einen Basketball werfen muss, um ihn unter Winkel Alpha in einem Korb zu versenken.
- Wie hoch ein Schuldenberg auf der Grundfläche der Cheops-Pyramide wäre, wenn ich die aktuelle Staatsverschuldung von 2 Billionen Euro in 20 cent stücken besitzen und einschmelzen würde.
- Kosmische Geschwindigkeiten: Wie schnell muss ich einen Stein werfen, damit er nie mehr auf die Erde fällt, sondern immer weiter um die Erde kreist.
- Wie lang müsste ein Kabel einer konstanten Längendichte sein, um einen Aufzug ins Weltall zu bauen.
Und ähnliche andere Dinge.
Macht alles sehr viel Spaß und hält auch motivationstechnisch bei der Stange. Nur mit Mathe muss ich schauen, dass ich da nachkomme. Ab nächstem Semester sind dann auch wieder meine beiden Hauptfächer dabei, also jetzt viel Routine im rechnen kriegen, damit ich im nächsten Semester nicht mehr ganz so viel Zeit pro Übungsblatt benötige...

Soviel fürs erste... Hab soweit alles wichtige, und heute auch noch ein bischen was anderes zu tun... ist ja auch schon lang genug hier..