Donnerstag. Der Tag an dem ich normalerweise schön lange ausschlafe , mit Mühe und Not Lateinaufgaben aus mir herausquetsche, für Latein eben gegen Nachmittag an die Uni fahre, und dann Abends zuviel zocke statt meine Sachen zu packen and so on. Heut hab ich wieder nicht so gut geschlafen, allgemein geht es mir seit gestern auch nicht so ultra gut. Ich stecke in einem Motivationsloch, welches mich mal wieder wie so oft an mir selbst zweifeln lässt, ob alles was ich tue das richtige ist. Im Grunde sind diese "Löcher der Selbstzweifel" in die ich da falle nicht besonders tief und insbesondere auch nicht gravierend schlimm. Trotzdem sind sie nervig. Ich habe solche Phasen öfter mal zwischendrin, insbesondere wenn ich unter Stress stehe. Vor schriftlichem und mündlichem Abi war das relativ extrem, wobei ich mir immer alles schlimmer einrede als es eigentlich ist, und auch der Stress meist nicht mal wirklich vorhanden ist. Vielleicht hab ich auch ab und an einfach Spaß daran mich schlecht zu fühlen. Im Grunde hab ich auch sowas wie ne allgemeine November-Depression. Faszinierend, dass ich jedes Jahr im November unglaublich melancholisch werde aus Gründen die ich mir meist nicht so ganz erklären kann. Dieses Jahr war's gar nicht so schlimm aber vielleicht verschiebt sich das ganze auch ein wenig nach hinten, so wie jetzt :D.
Ich glaube viel von meiner derzeitigen Stimmung hängt vom stetigen Allein-Sein ab. Ich hab das schon öfter angeschnitten, vermutlich weil ich relativ oft darüber nachdenke. Ich habe prinzipiell kein Problem damit allein zu sein, habe es eigentlich sogar ganz gerne. Das Allein-Wohnen differenziert sich aber erheblich vom standardmäßigen "Für-Sich-Sein". Ich bin immer für mich. Wenn ich nicht an der Uni bin, dann sitz ich in meiner Bude vorm Rechner. Es gibt derzeit nur diese zwei Fälle. Ausnahmen wären höchstens das Wochenende, das ich aufgrund der Bandprobe und der sozialen Bindung die ich doch noch irgendwo zu bestimmten Menschen besitze, im Saarland verbringe. Auch heute wäre ne Ausnahme, da ich nach der Uni über Nacht von einer dieser gewissen Personen wieder Besuch kriege. Dvd's reinschieben vorher kochen und einen Tag wenn ich denn dann zuhause bin mal wieder nicht so scheiße fühlen. Trier lässt einfach keinen Platz für spontane Aktionen und so nen Spaß. Außer einer Person die ich mittlerweile dazuzählen würde, wohnt hier einfach niemand meiner Freunde, und die sind alle so weit weg. Aber nächstes Jahr wird wohl eh in eine WG gezogen. Wird schon.
Es lassen sich auch verschiedenste mehr oder minder amüsante Verhaltensmuster feststellen. Ich beginne tatsächlich aus Langeweile ab und an was für die Uni zu tun, einen Text beispielsweise nochmal durchzulesen. Alles hängt von meiner Online-Kontaktliste ab. Ich bin ein Mensch der sich relativ schwertut neue Bindungen herzustellen und so weiter, und zum Teil will ich das zu Menschen die ich hier kennengelernt habe auch nicht wirklich außer gerade oberflächlichen Kontakt. Das heißt dass die wichtigsten meiner Freunde und Bezugspersonen immernoch kilometerweit entfernt wohnen. Hier lässt sich dann das Muster erkennen, dass ich meinen Browser ständig aktualisiere, oder wie gebannt den halben Tag auf meinen Bildschirm starre, um zu schauen ob eine dieser Personen sich eingeloggt hat, und ich endlich Konversation besitze und mich nicht mehr so allein und naja ungeborgen ist das falsche Wort aber vielleicht triffts das auch, fühle. Heimischer wäre auch so ein Fall. Ich lass sogar wenn ich denn mal so eine Konversation am Backen hab (eigentlich ja doch täglich, dafür sorgen gewisse Menschen schon :D), meine Hausarbeit gerne stehen und um mich rum fängt es an scheiße auszusehen. Dann wird das so wie heute und ich muss dringends aufräumen.
Es hat sich allgemein viel verändert. Wenn ich überlege dass meine verehrte Wikingerkönigin in den "Sommerferien" so gut wie jeden Tag gesehen hab und wir nachts auf irgendwelchen Parkplätzen rumgelungert haben, dann kommen mir fast die Tränen weil sich seit Trier so viel geändert hat. Heute sind halt dann nurnoch die Lateinstunden zum gemeinsamen rumlungern da, oder gewisse Vorlesungen die wir mal ne Vorlesung sein lassen weil wir keine Lust haben. Oder sowas wie heut Abend, was aber trotzdem irgendwie selten genug passiert. Ich kam schon immer damit klar nicht alle meiner Freunde ständig zu sehen, das ging aufgrund gewisser Entfernungen nie, aber jetzt durch das Studium sind alle ziemlich beschäftigt, oder in alle Winde zerstreut. Das ist hart, aber damit muss man eben umgehen und sich der Situation anpassen. Deswegen fahr ich ja auch das Wochenende über immer in die Heimat. Besonders freu ich mich auf die hardcore-Weihnachtszeit da. Nicht wegen Weihnachten, aber frei an der Uni und Zeit für Menschen die ich ewig nicht mehr gesehen habe <3.
Genug gejammert für heute... Das Loch geht ohnehin wieder vorbei da ich für sowas auch genug Selbstbewusstsein besitze. Ich mach denn mal sauber, damit Hochwürden hier heut Abend keinen Schlag kriegt wenn sie meine Wohnung betritt :).
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