Montag, 1. November 2010

November

hmmm... nennen wir's den anbrechenden Monat 2 in Trier. Ich hab mich bisher ganz gut eingelebt und auch schon ein paar Menschen kennengelernt die ganz in Ordnng sind. Das ist aber soweit alles. Ansonsten finde ich Trier von Tag zu Tag beschissener. Vielleicht liegt das auch an meiner jährlich widerkehrenden Herbst-Depression. Bin jeden Herbst immer chronisch depressiv, und derzeit ist es anscheinend wieder so weit. Der Eintrag hier wird vermutlich länger, also fange ich vorne an, also da wo ich das letzte Mal aufgehört habe...

Universität...
Dienstag war ich das erste Mal auf mich allein gestellt. Zumindest zum Großteil, hab ja schon ein paar Leute gekannt die mit mir in meinen Kursen sitzen. Aber ich durfte das erste Mal allein meine Räume suchen, statt hinter meiner keltischen Königin herzudackeln. Es war grauenhaft ^^. Im ersten Seminar waren wir knappe 5 oder 6 Leute zu viel. Also wurde ausgelost wer bleiben darf und wer gehen muss. Glücklicherweise durfte ich bleiben. In dem Seminar darf/muss ich 3 Referate halten,wovon das erste schon in 2 oder 3 Wochen ist. Im anschließenden Seminar hab ich mich dann gefragt ob ich an der Uni wirklich richtig bin. Ich wurde als Erstsemester einfach nur gnadenlos mit Input überfordert, mit dem ich im ersten Moment garnichts anfangen konnte. Ich war morgens schon unmotiviert, aber nach dem Seminar hat das ganze seinen Höhepunkt erreicht. Ich darf jetzt auch noch eine zusätzliche Vorlesung besuchen,die ich für jenes Seminar brauche und hänge ab sofort Dienstags 10 Stunden lang an der Uni rum. Wahre Freude. Die letzte Vorlesung am Dienstag Abend war nochmal recht spaßig, sodass ich mich wenigstens nicht nach der Uni vor das nächste Auto werfen wollte. Auch wenns Dienstag "nur" 6 Stunden Uni waren, bin ich einfach nur verdammt müde daheim umgekippt, und hab an meinem freien Mittwoch erstmal bis Mittags 2 Uhr geschlafen und anschließende Hausarbeit erledigt.
Der Donnerstag wurde wieder extrem toll. Auch hier waren im Seminar zuviele Leute anwesend, und bäm... da wurde ich rausgelost und darf ab jetzt Donnerstags nur für Latein an der Uni erscheinen. Mein Hass auf die Uni hat sich nurnoch gesteigert. Latein war ganz okay anschließend. Freitags dann ein Seminar, bei dem ich mal wieder gemerkt hab,dass ich kaum was drauf hab und anschließend ne Vorlesung bei der ich fast eingeschlafen bin, weil der Erzählstil des Dozenten einem Gute-Nacht-Geschichten-Erzähler glich... Heute ist aufgrund des Feiertags glücklicherweise keine Uni... aber morgen folgt der 10 Stunden Tag... Ich hab jetzt schon den Kaffee gehörig auf.

Blubb?!
Über's Wochenende hatte ich Besuch, entsprechend ging's mir eigentlich relativ gut. Ich hatte Ablenkung von der Uni und den anderen Sorgen und Problemen die in meinem Kopf herumgeistern. Jetzt sitz ich wieder allein hier rum und diese Tatsache treibt meine chronische Herbstdepression wieder auf ihren Höhepunkt. Dieses Allein-Sein kotzt echt so dermaßen an. Ich hab da sonst eigentlich weniger Probleme mit, aber irgendwie finde ich mich immer noch nicht wirklich damit ab jetzt einfach in ner fremden Stadt zu leben, und dass die Menschen die mir was bedeuten jeweils mindestens 100km entfernt leben. Vor einem Monat noch war's ohne Probleme möglich einfach noch Abends irgendeine spontane Aktion mit einem oder mehreren mir lieben Menschen zu starten, und jetzt bin ich ständig auf diesen Bildschirm und die Tastatur angewiesen um regelmäßigen Kontakt zu halten... Klar es gibt auch hier in Trier schon die ersten 1-2 Menschen mit denen ich spontan bestimmt irgendwie was unternehmen könnte... aber es ist einfach nicht so ganz das selbe (<3)... Ich vermisse das alles...
Ansonsten komme ich mir in letzter Zeit oft so vor, als wäre ich zusätzlich am aussieben. Es gibt Personen mit denen ich seit mein Leben in Trier begonnen hat einfach nicht mehr wirklich kommuniziere. Zum Teil scheinen diese Personen aber auch Ich nicht mehr wirklich Wert auf diesen Kontakt zu legen. Das schlimme ist, dass dieses Aussiebverfahren ungewollt geschieht, aber es gibt eben Dinge die man leider nicht ändern kann...
Allgemein scheint mir irgendwas in meinem Leben derzeit zu fehlen. Ich habe auch eine ziemlich genaue Ahnung was das ist, allerdings ist es für mich auch wieder schwer etwas daran zu ändern. Das liegt zum einen an der "Situation Trier", und die Probleme die diese ohnehin mit sich bringt, zum anderen liegt es aber zum Großteil einfach an mir und der Art und Weise wie ich mich in den letzten Jahren verändert habe. Früher war ich offener was soziale Kontakte in jedweder Weise angeht. Heute bin ich da ganz anders. Früher war ich abenteuerlustiger und hatte keine Probleme damit neue Wege einzuschlagen. Heute habe ich Angst vor Risiken und Nebenwirkungen die nicht auf der Packungsbeilage beschrieben sind, und wie ich gerade beim Nachdenken darüber feststelle auch vor den Risiken die schon auf der Packungsbeilage beschrieben sind. Zumal meine derzeitige Situation durch die Träume die ich des Nachts durchlebe nicht wirklich besser wird. Im Endeffekt wird mir die Vergangenheit im "Heute" wieder vor Augen geführt, was mir nicht nur alles erschwert, sondern mir auch irgendwie weh tut. Ich denke niemand sieht sich gern mit den Fehlern, Geschehnissen und auch schrecklichen Ereignissen seiner Vergangenheit immer wieder aufs Neue konfrontiert. Vielleicht geht mir das alles auch nur durch den Kopf,weil es mal wieder Herbst ist. So war es letztes Jahr... so war es das Jahr davor... ich habe letztes Jahr um dieselbe Zeit ähnlichen Scheiß geschrieben. Wieder ging es um das Eingehen von Risiken um Veränderungen in Gang zu bringen und zu meistern. Damals hab ich die Dinge "durchgezogen". Heute scheue ich mich davor... Beschissenes letztes Jahr... Ich hoffe das nächste wird besser... Fick dich 2010!...

Das Wochenende war daher zur Ablenkung eigentlich ziemlich gut. Mit einem kurzen Abstecher in die Heimat, um wie so oft die Wäsche zu machen, Nahrung zu besorgen, mit der Familie ein Schwätzchen zu halten, und gewisse Menschen wiederzusehen, glich für mich das Wochenende einer Art Tankstelle... Neuer Treibstoff yeah! Es ist wie letztes Jahr... stundenlang auf Couch/Bett rumgammeln und wie im Fall dieses Wochenendes Zelda zocken... Nicht allein sein... Dämliche Horrorfilme schauen und dabei durch die Haare geflauscht bekommen. Ergo war leider die Ernüchterung auf der Heimfahrt gestern vom Halloween-Abend und heute vom Bahnhof, nachdem ich meinen Besuch dort abgesetzt habe, relativ groß. Naja was will man machen, im Enfeffekt kann ich eh nichts anderes tun als mich durch die jetzt folgende Woche durchzubeißen. Und am besten fang ich damit an indem ich mich jetzt mal an's dreckige Geschirr, und anschließend an meine Hausaufgaben für die Uni setze...

The Show must go on...

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